Boden ist Allgemeingut

Bodenlos

Boden ist Allgemeingut. Die Theorie aus einer Gerichtsentscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1968.
Die Tatsache, dass der Grund und Boden unvermehrbar ist, verbietet es, seine Nutzung dem unübersehbaren Spiel der Kräfte und dem Belieben des Einzelnen vollständig zu überlassen. Gemeint ist das Spekulieren mit Immobilien und die Preistreiberei, die sich daraus entwickelt hat. Am Ende werden Menschen aus dem Stadtkern der Ballungsräume vertrieben, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können.

ARD Mediathek Titel, Thesen Tempramente: Bodenlos
Leider nur online bis zum 6.5.19
Wer von unseren Mitgliedern an einer Aufnahme des Beitrags interessiert ist, schreibt mich bitte an.

An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass die geschilderte Situation in diesem Ausmaß nichts mit unserer Genossenschaft zu tun hat. Im Gegenteil, wir könnten sogar damit werben und aufzeigen welchen Sinn es macht, in einer Wohnungsgenossenschaft Mitglied zu werden. Die Genossenschaften sollten darum nicht zu den selben Methoden greifen und ihre Flächen durch Wohnraumverdichtung verstümmeln.
Es ist auch riskant, den angestiegenen Mitspiegel für ein unabhängiges Maß zu halten. Der Mietspiegel wird von der Gier des Marktes in den zukünftigen Erhebungen einfließen.

Beitrag aus der Sendung

Der Boden dürfe nicht länger das Privateigentum Einzelner sein, fordern die Münchner Stadtbaurätin Christine Thalgott und die „Münchner Initiative für ein soziales #Bodenrecht“. „Der Boden ist kein Gut wie jedes andere.” #Bodenpolitik

ttt – titel thesen temperamente: “… Die Wohnungs- und Immobilienpreise steigen, immer mehr normal verdienende Menschen können sich das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten. „ttt“ im Gespräch mit dem Stararchitekten David Chipperfield und mit Christine Thalgott von der „Münchner Initiative für ein anderes Bodenrecht“. Die Sendung war am Sonntag, 6. Mai, um 23.05 Uhr im Ersten zu sehen.

Die Wohnungs- und Immobilienpreise steigen in unseren Städten unaufhörlich. Wohnraum – ganz gleich ob Miet- oder Eigentumswohnungen – wird für einen wachsenden Teil der Bevölkerung unerschwinglich. Spekulanten, nationale und internationale Investmenttrusts tummeln sich auf den Immobilienmärkten und fahren fantastische Renditen ein, während immer mehr normal verdienende Menschen sich das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten können. David Chipperfield, einer der gefragtesten Architekten weltweit, sagt, es ginge gar nicht mehr ums Wohnen, sondern nur noch ums Investment. Wohnungen und Häuser stehen leer, ihr steigender Wert werde nur noch zur Vermögensentwicklung benutzt. Er fragt sich: „Sollen wir [Architekten] uns wirklich noch den Kopf über die Gestaltung von Treppenhäusern zerbrechen, während draußen das Monster weiter wächst?“ Die entfesselten Bodenmärkte entfalteten eine zersetzende Wirkung auf den sozialen Zusammenhalt der Stadtgesellschaft.

Nun regt sich in Deutschland prominenter Widerstand. Die „Münchner Initiative für ein anderes Bodenrecht“, zu der unter anderem Hans-Jochen Vogel und die ehemalige Münchner Stadtbaurätin Christine Thalgott gehören, fordert in einer bundesweiten Diskussion dazu auf, in Deutschland eine radikal andere Bodenpolitik einzuführen. „Der Boden ist kein Gut wie jedes andere. Vergleichbar Wasser und Luft ist er unverzichtbar für das menschliche Dasein. Boden ist zugleich unvermehrbar. Daher verbietet es sich, Boden dem freien Marktgeschehen zu überlassen. Unsere Verfassung betont die Gemeinwohlbindung des Eigentums. Beim Boden ist dem in besonderer Weise Rechnung zu tragen.“ So weit die Initiative in ihrem Münchner Aufruf für eine andere Bodenpolitik. Die bisherige sei der Dreh- und Angelpunkt der steigenden Immobilienpreise; der Boden könne nicht länger das Privateigentum Einzelner sein, fordern die Initiatoren. … .”

Quelle

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