Hufeisensiedlung in Britz

Abkehr von Wohnwert

Zukunftsvisionen von Aufsichtsrat und Vorstand

 

Dietmar KönigsdorfDie letzte Bauteilbegehung im Herbst letzten Jahres hat mich dazu bewogen eine Mail zum Wohnwert in unseren Bauteilen zu schreiben. An die Geschäftsstelle, den Aufsichtsrat und an unsere Vertreter. Ich bin mein Leben lang als Vertreter unserer Mitglieder aktiv und war auch eine Zeit lang Mitglied im Aufsichtsrat unserer Genossenschaft.
Es gab ein paar Reaktionen von Vertretern auf meine letzte Mail. Leider bis heute keine einzige Reaktion oder Antwort unserer Geschäftsstelle oder des Aufsichtsrates. Meine Mail vom 28.10.17 enthielt folgenden Text:

Es sind ca. 150 Jahre her, als nach der Gründung des Deutschen Reiches, ein starker Zuwachs in den Städten zu bemerken war. Die damaligen Investoren hatten das gelöst, indem sie auf engstem Raum möglichst viele Menschen unterbringen wollten. Mietskasernen mit vier und fünf Hinterhöfen sind im Zentrum Berlins entstanden. Einige sind noch heute im Wedding in der Kolonie- und Drontheimer Str. zu sehen.

ie Hufeisensiedlung in Britz ist heute Unesco-Welterbe
Sozialer Wohnungsbau von damals: Die Hufeisensiedlung in Britz ist heute Unesco-Welterbe.

Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begannen u.a. Genossenschaften (so wie unsere, 1908) und andere Träger umzudenken. So entstanden die Onkel Bräsig Siedlung, Neu Tempelhof und viele andere Objekte mit einem völlig neuem Wohnwert. Man wollte gesund leben und unseren Nachwuchs, Kindern, Gemeinschaftsflächen zum Spielen und zur positiven Entwicklung anbieten.

Dieser Trend, nur unterbrochen durch den 2. Weltkrieg, war der politische Maßstab für Baugenehmigungen bis ca. Ende des 20 Jahrhunderts.

Nun scheint diese gesunde Entwicklung durch starke Zuwanderungen vom Umland und außerhalb Deutschlands zu kippen. Um dem zu begegnen, beschließt die BVV Tempelhof / Schöneberg (maßgeblich die SPD), dass nach-verdichtet werden kann. Es sollte mich nicht wundern, wenn es diese Partei durch derartige Entscheidungen bald gar nicht mehr gibt.

Bauteilbegehung Marienfelde 2017

Aus den letzten Begehungen in Marienfelde mit einigen Vertretern, Vorstand und Aufsichtsratsmitgliedern konnte man entnehmen, dass auch wir (unsere Wohnungs-Genossenschaft!) die gesunde Baupolitik der letzten 50 Jahre beenden werden. Zu Lasten einer weiteren Verdichtung, dem Verlust von Erholungsflächen und Sport- oder Spielflächen.

Hier wird aufgezeigt, welche Folgen es hat, wenn Hochhaussiedlungen, wie die von Marienfelde, keine Aufsichtsräte mehr in den Gremien hat.

Dazu einige geplante Vorhaben

1.) Einen weiteren Wohnblock im Anschluss an das Hochhaus Luckeweg 38 und parallel zum Bau-Riegel, Hildburghauser Str. 19 – 19c. Wegfall von Parkplätzen, Aussicht auf Grünflächen und Wegfall von natürlichem Lichteinfall in die benachbarten unteren Etagen der aktuellen Bauteile.

Parkplatz Bauteil 20
Ein wichtiger Parkplatz im Bauteil 20 soll für ein Neubauprojekt entfernt werden.

2.) Das Parkhaus am Tirschenreuther Ring nicht zu sanieren sondern dem Verfall auszusetzen, um es dann abzureißen und danach Wohnblöcke zu errichten.
Eine kurzfristige Rettung wäre durch ein Notdach gewährleistet. Das wäre relativ preisgünstig zu planen und wollte schon der vorangegangene Vorstand ausführen. Jetzt wird diese Entscheidung wegen der Wohnflächenverdichtung (Gentrifizierung) des aktuellen Vorstands nicht mehr verfolgt!

Parkhaus im Bauteil 22
Mindert unsere Parkplatzprobleme im Bauteil 22 auch bei denen, die hier keinen Stellplatz haben. Sanierungsbedarf wird nicht erkannt oder ist nicht gewollt.

3.) Der zweite Tennisplatz am Lichterfelder Ring, soll zugunsten von Neubaumaßnahmen, abgerissen werden. Dieser Platz ist erst nach Erstellung der Wohngebäude, nach Bitten an den damaligen Vorstand, erstellt worden. Die Begründung zur Bebauung dieser Fläche, sei die geringe Nutzung der Sportfläche. Ob das an dem Pflegezustand liegt oder ob diese Sportfläche vielleicht durch eine andere Sportart (Fußball oder Basketball) ersetzt werden könnte, wird nicht hinterfragt. Vorrangig, hier die komplette Zweckentfremdung durch weiteren Wohnungsbau (Quantität anstelle von Qualität).

Der Tennisplatz unserer Mitglieder am Lichterfelder Ring
Der Tennisplatz unserer Mitglieder am Lichterfelder Ring (Bauteil 21), im Dornröschenschlaf oder fehlende Pflege?

Offensichtlich hat das Leben mit Bäumen und Freizeitflächen keine Priorität mehr für unseren aktuellen Vorstand. Woran das liegt oder welche Zwänge ihn treiben, kann ich nicht erkennen. Das was unsere Genossenschaft einmal ausgemacht hat, geht für die Zukunft verloren. Darum müssen wir unsere Bedenken oder Alternativen formulieren:

  • Wozu Kinderspielplätze zu ebener Erde? Auf die Flachdächer damit?
  • Wozu Bolzplätze oder Tennisplatz zu ebener Erde? Abschaffen oder auf die Dächer damit?
  • Wozu braucht Schmargendorf ein Schwimmbad? Abreißen und zu Bauland erklären?

Der Unmut über diese Entwicklung oder Selbstherrlichkeit in der Politik und teilweise in den Kräften unserer Genossenschaft, ist nicht zu übersehen. Die Abstimmung über das Volksbegehren zum Tempelhofer Feld war auch eine Niederlage für den Senat und deren Stadtentwicklung. Volksbegehren, wie die um das Tempelhofer Feld und dem Flugplatz Tegel, machen uns Mut und zeigen auf, dass sich Protest lohnen kann.

Innerhalb unserer Genossenschaft sollte das sogar einfacher sein, als der mühselige Weg eines Volksentscheids über eine Volksabstimmung. Wir, die Vertreter können unseren Unmut auf der Versammlung und bei den Bauteilbegehungen äußern und auch geeignete Aufsichtsrats-Mitglieder wählen, die sich von den wohnenden Mitgliedern nicht immer weiter entfernen!

Der Vorstand und Aufsichtsrat ist von den Genossenschaftsmitgliedern gewählt und ist keinem politischen Weisungen unterworfen. Wir müssen nicht um alles in der Welt bauen oder gar unsere gegenwärtige Wohnqualität verschlechtern!

Den einzigen Ausweg oder zukünftige Neubauprojekte, sehe ich in ernsthaften politischen Verhandlungen zum Ankauf von zurzeit genutzten Ackerflächen in der Nähe oder im Umland, die dann ausschließlich für den sogenannten Sozialen Wohnungsbau vorbehalten werden sollten. Für einen langfristigen Zeitraum und nicht nur für z.B. 30 Jahre.

Ich hoffe auf eine rege Willensbildung durch euch, den Mitgliedervertretern unserer Genossenschaft. Was heute in Marienfelde geplant ist, kann für andere Bauteile bereits in den Schubfächern oder zumindest in einigen Gedanken herumschwirren. Solange sich niemand wert, gibt es dafür auch keine Hemmungen, diese zu Papier zu bringen.

Ich habe in dieser Woche einen weiteren Brief an die BVV Tempelhof-Schöneberg geschrieben. In Kopie auch an unsere Geschäftsstelle und an unseren Aufsichtsrat. Ich hoffe ich finde irgendwo Gehör oder erhalte zumindest eine Antwort auf meine Bedenken zur aktuellen Entwicklung in Berlin. Wer den Brief ebenfalls nachlesen möchte, kann ihn sich hier als pdf-Datei herunterladen.

Dietmar Königsdorf

Quelle: Foto Hufeisensiedlung Wikipedia

Es besteht die Möglichkeit hinter diesem Beitrag, weiter unten, einen Kommentar zu schreiben. Reaktionen würden mich sehr interessieren. Wer mir etwas persönlich mitteilen möchte, kann mich auch unter meiner Telefonnummer (siehe Briefkopf an die BVV) erreichen.

11 Gedanken zu „Abkehr von Wohnwert“

  1. Lieber Herr Königsdorf,

    Wir stehen voll und ganz hinter Ihnen und sind in allen Punkten ihrer Meinung.
    Man sollte die Planer und ausführenden Organe in einen Bunker ohne Sonnenlicht und Natur stecken. Damit sie am eigenen Leib erfahren, was sie den Menschen hier antun wollen. Ich kann nur sagen, “armer BWV“. Was ist aus unserem Verein geworden? Es sitzen leider die falschen Leute an der Spitze. Menschen, die vermutlich Profit-gierig sind und sich einen Dreck um die Mitglieder scheren, die dort wohnen. Schämt euch!

    Das rücksichtslose Verhalten hat man schon bei der, in den eigenen Reihen, so hochgelobten Sanierung in der Hildburghauser Str. 19-19c, erlebt. Jetzt folgt noch diese Verdichtung durch Neubau innerhalb unseres Bauteils und auf engstem Raum. Die sind die Ersten die laut schreien wenn durch den Rückgang der fehlenden Natur die Bienen und andere Lebewesen eingehen. Das Wohnen in Marienfelde war mal wunderbar für ALLE. Das würde durch diese Projekte des Vorstands zerstört werden und können wir uns nicht gefallen lassen.

  2. Im März 2018 wird es voraussichtlich eine Informationsveranstaltung
    des Vorstands zu den beabsichtigten Baumaßnahmen in
    Marienfelde geben. Geht alle hin.
    Vorstand und Aufsichtsrat waren in Klausur und haben Pläne für die kommenden 5 Jahre diskutiert. Quo vadis BWV? Der Beitrag von KD Linke spricht mir aus dem Herzen: wann reden sie mit uns Mitgliedern? „Marienfelde ist überall“

  3. Ich bedanke mich hiermit für die bisher eingegangenen Kommentare zu meinem Beitrag. Das macht mir Mut und zeigt auf, dass ich nicht allein mit meinen Gedanken bin.
    Auf meinen zweiten Brief habe ich in der letzten Woche eine Antwort von der Geschäftsstelle erhalten. In dem Schreiben beschränkt sich die Aussage auf das in der Vergangenheit ausgesprochene Wort. Informationen oder Beschlüsse des Vorstands werden uns weiterhin nur mitgeteilt.
    >> Antwortschreiben <<

  4. Lieber Dietmar Königsdorf,

    herzlichen Dank für Deine Aktivität auch wenn meine Aktivitätsgedanken noch in eine etwas erweiterte Richtung gehen:
    Ich würde es gerne auch mal mit einem Kompliment als Eingangsmeldung an die Führungsriege unserer Genossenschaft versuchen.
    Vielen Dank für unser Gemeinschaftshaus mit all seinen Veranstaltungen im Bereich Soziales, Kultur etc.
    Danke für eine BWV Spareinrichtung, der ich eingangs sehr skeptisch gegenüber stand, doch inzwischen erkenne, dass es sehr sinnreich ist, das eingelegte Geld in unserer Gemeinschaft zu investieren. Hier würde ich mich über erweiterte Angebote in Richtung Nachhaltigkeitsinvestments freuen und ggf. sogar meine berufliche Restarbeitszeit bei Ihnen verbringen 🙂
    Danke auch dafür, dass wir finanziell gut aufgestellt sind und wir uns glücklich schätzen können in bezahlbaren Wohungen leben zu dürfen.
    Es gäbe noch weitere Punkte die mir einfallen, es möge erstmal nur dem Anreiz dienen in eine lösungsorientiertere Richtung zu denken.
    Vor allem auch danke an die Nachbarn z.B. Günni (12.OG), der mich immer fragt ob er mir tragen helfen kann und auch die liebe Familie aus dem EG, die stets freundlich grüßt und Hilfe beim Tragen anbietet sorgar das kleine Mädchen :-). Liebe Nachbarn ohne deren Einladungen ich auf einem kulturellen Schlauch stehen würde, danke Lollo!
    Das stellt für mich auch Wohnqualität dar. Ich bin nett zu anderen und andere sind nett zu mir, dass hat mir übrigens meine Oma so bei gebracht.
    Was natürlich nicht schön ist, dass Du keine zeitnahe schriftliche Antwort bekommen hast, sorry.

    Hier nun endlich meine Antwort:
    Du gehst ja zum einen auf die Vergangenheit ein, super. Durch diese Entwicklung haben wir eine
    schöne qualitativ hochwertige Wohnzeit verbracht und haben positiv entwickelten Nachwuchs(auch für den BWV 🙂 geschaffen. Danke für die Recherchenzeit.
    Auch heute möchte ich gesund leben und meinem Nachwuchs Möglichkeiten zur positiven Entwicklung geben, wer eigentlich nicht?
    Es gibt allerdings Umstände, die sich gegenüber der damaligen Zeit sehr verändert haben nämlich:
    Das Wissen um das mörderische CO². Mir stellt sich die Frage wieviel Zeit wir noch verplempern müssen um sinnvolle Gedanken umzusetzen z.B.
    -Kiezfahrgemeinschaften (ich frage gerne mal im Fahrstuhl morgens ob ich jemand mit in die Stadt nehmen kann) Whats-App-Auto-Teilung (Gründung evtl.möglich?)
    Z.B. Interessentenfindung per Aushang?
    -Fahrradhäuser rundherum Bänke für die Älteren mit Blick auf den Kräutergarten
    -Gemeinschaftliche Gemüsebeete vielleicht auf den Dächern?
    -innerhäusliche Tauschbörse/ eine tolle Sache und könnte in Form einer Tafel sein auf dem Mitteilungen gemacht werden oder das Präsentieren auf den Briefkästen wobei gewährleistet werden sollte, dass Dinge die keine weiteren Anhänger finden nach 24 h eigenständig zu beseitigen wären also nicht durch den Hausmeister! So vermeidet man Müll und spart die Resourcen, die nötig würden um den gleichen Gegenstand wieder herzustellen, der soeben von einem Nachbarn entsorgt wurde.

    Ich persönlich finde die Parkhäuser einen visuellen Schandfleck und tendiere ohnehin weg von Globalisierung hin zur Regionalisierung. Für Arbeitsplätze im eigenen Kiez und Erreichbarkeiten mit dem Fahrrad. Ist aber leider nicht die Realität.

    Berlin platzt aus allen Nähten, in unserer Genossenschaft gibt es so gut wie keinen Leerstand ausser sanierungsbedingt.
    Wenn nun Omi ihre 4 Räume für sich alleine braucht und das darf sie ja auch wo soll denn das Kind im BWV wohnen?
    So ist mein Lebensmodell entstanden und es heisst teilen statt verschwenden und so übe ich jetzt bereits mit dem Wohnraum, der mir zur Verfügung steht teilend und damit resourcenschonend umzugehen.
    Und wenn der Enkel seine Ausbildung hat geht seine Ausbildungsvergütung halt nicht zu 95% für ein teures Zimmer bei Miethaien drauf.
    Weiterhin unterstütze ich Königsdorfs Idee im Umland zu bauen, allerdings haben wir hier natürlich etwas lange geschlafen, denn auch hier sind sehr wahrscheinlich die Einkaufspreise für Grundstücke exorbitant hoch, weshalb wohl auch die Verdichtung im Raume steht.
    Stellt euch vor dorfähnliche Siedlungen auf dem ehemaligen Mauerstreifen mit Gemüseanbau wo wir Hochhäusler mitversorgt werden könnten…man wird ja mal träumen dürfen 🙂
    In der Gallwitzallee hat man den Flachbau hinter der Polizei abgerissen und ein wunderschönen zusammenhängenden aufgestockten Flachbau geschaffen. Eine Pflegestation für ältere Menschen.
    Für mich strahlt es eine große Sympathie aus. Wenn nun solche 2 geschosser dorfähnlich in unserer
    Gemeinschaft entstünden, schaffen wir Wohnraum durch Omi zieht in schönes Haus, 4 Zimmer Wohnung wird frei, sie bleibt im Kiez und wird nicht abgeschoben – weil verbleibend in gewohnter Umgebung.
    Betrachten wir auch die Pflegedienste, die fast ausschließlich mit dem Auto anreisen täglich 2-3 mal für 5-8 verschiedene Personen, hier lässt sich reichlich CO² sparen!
    Als in einem Vertretervorgespräch die Schaffung einer Elektro-Auto Ladestation auf dem Parkplatz Luckweg/Hildburghauser Str. vorgeschlagen wurde, mußte dieser Vorschlag zunächst in die Warteschleife, denn es gab noch nicht einen Mieter mit E-Auto.
    Bei einer eventuellen Verdichtung sollten E-Autos bevorzugt mit Stellplätzen versorgt werden. Im übrigen hat der Vorstand recht, dass bei Neubau keine zusätzlichen Parkstellplätze entstehen müssen – nur für Fahrräder und das ist hinsichtlich der auf uns zukommenden Klimakatastrophe auch absolut richtig! Zudem ist durchaus auch unterirdisches Parken denkbar und bestimmt machbar.

    Lieber Vertreter, liebe Genossen.
    Herr Königsdorf hat wahnsinnig viel für unsere Gemeinschaft geleistet unser heutiger Dank möge sein, dass er zumindest ein Feedback bekommt, wenn auch nicht alles seiner Meinung entspricht. Er ist durchaus kritikfähig und formuliert auch vorsichtig/respektvoll.
    Ihm habe ich zu verdanken, dass diese Ideen öffentlich zugänglich werden obgleich sie etwas abstrakt scheinen, wenn wir nicht bald von unerer super Bequemlichkeit Abstriche nehmen, umdenken und handeln/teilen bleibt für die positive Entwicklung unseres Nachwuchses wohl NICHTS!

    So nun wisst ihr was ich Samstag abends so mache…
    und das ist erstmal der Anfang.
    Herzlichst
    Heike Grützemann
    Oma Heddie

  5. Den Einsatz meines Vaters kann ich nur unterstützen. Das Umfeld ist ein sehr entscheidener Faktor bei der Wohnungssuche. Sportplätze, egal in welcher Disziplin, sollten erhalten bleiben. Von einer Verdichtung des Wohnraums halte ich nichts.

  6. Wir können Herrn Königsdorf nur zustimmen.
    Meine Frau und ich sind damals nicht zuletzt wegen der vielen grünen Freiflächen (und der Schwimmhalle – berlinweit etwas ganz Besonderes) in unseren Bauteilen in die BWV eingetreten.
    Als regelmäßige Nutzer unserer Schwimmhalle können wir die Wohn- und Lebensqualität solcher Sporteinrichtungen im unmittelbaren Wohnumfeld nicht genug hervorheben. Angesichts etlicher Untersuchungen im Stadtraum zur wichtigen Funktion von unversiegelten Grünflächen ist die momentane Vernichtung solcher Flächen in Berlin eine totale Ignoranz gegenüber der Faktenlage – passt in die Zeit von Fake-News und sog. alternativen Fakten!

    Weiter zur Wohnbaupolitik unserer Stadt: Momentan besteht fast jedes Wohnungsbauprojekt in Wilmersdorf und Schmargendorf aus Wohnungsteileigentum. Es fehlt eine kluge Baupolitik, die, wie in den Zwanziger Jahren mit leeren Staatskassen, den Genossenschaften günstigste Grundstücke zur sozialen Wohnbebauung überlassen hatte.

    Was uns bei der momentanen Verdichtung auch fehlt, ist ein begleitender Ausbau der notwendigen Infrastruktur, wie ÖPNV, Schulen, Kitas etc. Die sog. PublicPrivatePartnership, geplant u.a. bei den Schulen, kann keine Antwort sein – die vielen negativen Beispiele aus anderen Städten verbieten eine Weiterverfolgung dieser Sackgasse.

    Sabine Burmester und Detlev Becker

  7. Ich denke, dass im vorauseilenden Gehorsam versucht wird, die Vorgaben des Berliner Senats zu erfüllen. Sehr gut, dass Herr Königsdorf sich so aus der Deckung getraut hat. Ich bin voll und ganz auf seiner Seite.

  8. Sehr geehrter Herr Königsdorf, danke für diese interessanten Informationen. Da ich nicht in mehr Berlin wohne, bekomme ich auch nicht viel mit.
    Wir sind eine Genossenschaft die lebenswertes Wohnen sich auf die Fahne schreibt.
    In der letzten Zeit habe ich allerdings das Gefühl, dass der Vorstand macht was er will. Warum werden die dort wohnenden Mitglieder nicht befragt was Sie von diesen Plänen halten? Warum wird solch ein erheblicher Eingriff in die Lebensqualität der dort wohnenden Mitglieder nicht in der Vertreterversammlung angesprochen?
    Was geschah mit den Mieteinnahmen des Parkhauses, wurden keinerlei Rücklagen gebildet um das Parkhaus nach so langer Zeit zu sanieren?
    Wo sollen die Bewohner vom Luckeweg denn parken, wenn der Parkplatz geschlossen wird?

    Hat der Vorstand etwa Angst vor einer öffentlichen Diskussion mit den betroffenen?

    Viele Fragen die spätestens auf der nächsten Vertreterversammlung in großer Runde zu besprechen sind.

  9. Wenn alles beschlossen worden ist und morgen die Bagger anrollen, brauchen wir uns nicht mehr zu Wort melden.
    Wohnraumverdichtung muss aus den Köpfen der Verantwortlichen ‚raus!

  10. Respekt vor diesem Einsatz. Ich kenne Herrn Königsdorf bereits sehr lange. Ich bin in Marienfelde aufgewachsen und habe ihn schon als Kind und sehr aktiven Vertreter erlebt. Sein Kampf um Freizeiträume und Grünbestände in den Bauteilen von Marienfelde hat seinen Einsatz immer bestimmt. Jetzt soll es diesen Flächen an den Kragen gehen. Für seinen Protest habe ich vollstes Verständnis.
    Ich hoffe für uns alle, dass er sehr bald eine Antwort bekommt, die er sich verdient hat. Ein engagierter Vertreter unserer Genossenschaft darf nicht ignoriert werden!

    1. Auch ich hoffe sehr, dass der Brief von Herrn Königsdorf einen Anstoß zum Nach- und Umdenken gibt. Wie können wir Sie, Herr Königsdorf, unterstützen? Grün- und Freizeitflächen sollten unbedingt erhalten werden! Das macht das Besondere der Wohn- und Lebensqualität in den Bauteilen des BWV aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.